Vorbemerkung: Die folgenden Zitate und Erläuterungen sind im Wesentlichen dem Buch „Evidence-based Medicine- How to Practice and Teach EBM" von Prof. David L. Sackett entnommen (1).
Die im Folgenden verwendete Abkürzung „EBM" leitet sich von dem englischen Begriff "Evidence Based Medicine" ab. Um die korrekte deutsche Übersetzung von „evidence" („available facts, circumstances, etc. indicating whether or not a thing is true or valid", Oxford Dictionary of Current English 1992) wird immer noch gerungen. „Evidenz" heißt im Deutschen abweichend davon „unmittelbare und vollständige Einsichtigkeit, Deutlichkeit, Gewissheit" (Sechsbändiger Duden 1976). Eine treffendere und unmissverständliche Übersetzung ist nach wie vor jedoch nicht verfügbar, so dass der Begriff „Evidence Based Medicine" im deutschsprachigen Raum inzwischen breitflächig mit „Evidenzbasierter Medizin" übersetzt wird, auch wenn der Begriff „Evidenz" damit ein Homonym (ein Wort mit mehreren Bedeutungen) darstellt.
Die philosophischen Ursprünge der evidenzbasierten Medizin gehen zurück in das Paris zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Evidenzbasierte Medizin (EBM) ist nach Aussage Prof. Sacketts (1)
der bewusste, ausdrückliche und vernünftige Einsatz der gegenwärtig besten externen wissenschaftlichen Evidenz für Entscheidungen über die medizinische Versorgung einzelner Patienten.
EBM zu praktizieren heißt, die individuelle klinische Expertise mit der bestmöglichen externen Evidenz aus der systematischen Forschung zu integrieren. Unter individueller klinischer Expertise werden der Sachverstand und die Urteilskraft verstanden, die Kliniker durch ihre Erfahrung und klinische Praxis erwerben.
Unter der besten zur Verfügung stehenden externen klinischen Evidenz werden klinisch relevante Forschungsarbeiten subsumiert, oft medizinische Grundlagenforschung, insbesondere jedoch patientenorientierte klinische Forschungsarbeiten zur Genauigkeit und Präzision diagnostischer Verfahren, zur Vorhersagekraft prognostischer Faktoren sowie zur Wirksamkeit und Unbedenklichkeit therapeutischer, rehabilitativer und präventiver Maßnahmen (1). Weitere Einsatzgebiete der EBM sind die Qualitätssicherung, Prävention und Effizienzsteigerung.
Referenzen:

Angelika Gohlke
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